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Elektronikhersteller machen Ernst mit halogenfrei - Bericht vom INTEL-IPC-Symposium am 15. + 16. Januar 2008 in Scottsdale, Arizona

Mitte Januar veranstaltete die Firma INTEL zusammen mit dem Elektronikverband IPC in Scottsdale in Arizona, USA, ein Symposium zum Thema "halogenfrei". Damit waren sowohl Ersatzmaterialien für halogenierte (v.a. bromierte) Flammschutzmittel als auch für PVC gemeint. Das Seminar war mit 250 Besuchern ausgebucht, viele weitere Anmeldungen mussten abgewiesen werden.

Zum Erstaunen der meisten Zuhörer machten die großen Elektronikhersteller Hewlett Packard, DELL, Apple und Lenovo (die ehemalige PC-Sparte von IBM) als auch der führende Chip- und Komponentenhersteller INTEL Ankündigungen, bis Ende 2009 in keinen neuen Produkten mehr bromierte Flammschutzmittel oder PVC einsetzen zu wollen. Daher fand keine Diskussion statt, ob dieser Weg sinnvoll (und bezahlbar) sei, sondern es ging ausschließlich um das Wie. Natürlich wurde, insbesondere von den Zulieferern, immer wieder die Frage aufgeworfen, wer denn die Mehrkosten tragen solle. Die Antwort der OEMs darauf war, dass es zwar auf Material- oder Bauteilebene durchaus Preiszuschläge für halogenfreie Qualitäten gäbe (z.B. zur Zeit bei Leiterplatten ca. +20%, Stecker, Steckverbinder etc. ca. +30%), diese allerdings auf Endproduktebene kaum einen wesentlichen Aufpreis bedeuteten. Wenn zudem alle OEMs gleichzeitig halogenfrei werden, ergeben sich bessere Skaleneffekte für die Zulieferer. Dies hat man auch bei der Umstellung auf bleifreie Bauteile gesehen, als alle Hersteller dazu übergingen, ihre Sortimente weitgehend umzustellen.

Eine andere wichtige Erkenntnis war, dass es gerade im Leiterplattenbereich auch technische Vorteile für halogenfreie Systeme gibt, da diese bessere elektrische Kennwerte aufweisen können als bromierte Systeme. Dies ist gerade für anspruchsvolle Anwendungen interessant. Grundlegende Probleme mit der Zuverlässigkeit halogenfreier Elektronikbauteile sind in den einschlägigen Tests nicht aufgetaucht.

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