News

Besserer Brandschutz in Bussen nötig

Busbrände treten relativ häufig auf und münden wegen beengter Raumverhältnisse und schwieriger Evakuierung in Katastrophen. 2005 gab es zwei große Unglücksfälle: In Polen starben 11 junge Leute nach einem Zusammenstoß, bei dem das Feuer im Businneren sich sofort schnell ausbreitete; In US-Staat Texas entwickelte sich ein Busfeuer so schnell, dass die Passagiere nicht mehr evakuiert werden konnten und 23 Menschen sterben mussten.        

Neuere Statistiken von Busbränden in Norwegen uns Schweden zeigen, dass jährlich 1-1,5 % der Busse im Straßenverkehr an Bränden beteiligt sind. Aufgrund der Häufigkeit solcher Brände begann SP, das nationale schwedische Prüf- und Forschungsinstitut, im Auftrag der norwegischen und schwedischen öffentlichen Straßenverwaltungen ein zweijähriges Forschungsprogramm zur Brandsicherheit in Bussen in Angriff zu nehmen mit dem Ziel, die Anzahl und Folgen von Busbränden zu verringern.

Das Programm umfasst mehrere Gebiete wie die Zusammenstellung von Brandstatistiken, Bewertung der Materialien im Brand, Übersichten zu Busbauweisen und deren Handhabung, Feuerwiderstandsprüfungen für Brandabschnitte, Entwicklung von Tests für Motorraumbrandmelder, Löschsysteme und Simulationen. Langfristiges Ziel ist es, die europäischen Fahrzeugrichtlinien um höhere Brandsicherheitsanforderungen für Busse und Reisebusse zu ergänzen.   

Zurzeit gelten in Europa für Busse nur geringe Brandsicherheitsanforderungen an Materialien und Bauteile. Die meisten Materialien werden auf horizontale Flammenausbreitung in einem Bunsenbrennertest (MVSS 302), Vorhänge in einem Kleinbrennertest als Streichholzsimulation (ISO 6940) und Deckenverkleidungen in einem Tropftest (NF P 92-505) geprüft; alle diese Tests sind leicht zu bestehen. 

Ziel des Projekts ist es, die derzeitige niedrige Brandsicherheit aufgrund der bestehenden Tests und die durch moderne Tests zum Brandverhalten erreichbare höhere Brandsicherheit in Bussen aufzuzeigen.  

Eine Reihe von im Businnenraum verwendeter Materialien (Wandbekleidungen, Bodenbeläge, Vorhänge, Dämmstoffe, Kunststoffplatten und Sitze) wurden in den neuen Tests auf ihr Brandverhalten geprüft zur Bestimmung von    

- Entzündbarkeit und Wärmeabgabe (Cone Calorimeter nach ISO 5660)

- Flammenausbreitung (nach ISO 5658; Bodenbeläge nach ISO 9239-1)

- Rauchentwicklung (Rauchkammer nach ISO 5659)

- Bildung toxischer Brand- und Reizgase (Rauchkammer/FTIR)

   

Die bisher erhaltenen Ergebnisse zeigen, dass die meisten der derzeit eingesetzten Materialien die neuen Tests zum Brandverhalten nicht bestehen und daher ein nicht zu unterschätzendes Brandrisiko darstellen. 

Im Januar 2007 wurden diese Arbeiten auf der „Fire and Materials" Konferenz in San Francisco vorgestellt. Ein weiterer Vortrag zu Kraftfahrzeugbränden in den USA (mit jährlich 400 Toten), der dort von namhaften Brandforschern gehalten wurde, beschrieb die gleichen Probleme und mahnte die US Automobilindustrie und Behörden, die Brandsicherheit in Kraftfahrzeugen durch Verwendung moderner Brandprüfverfahren zu erhöhen.

« zurück

02.09.2010Tödliche Brände in Wohngebäuden in den USA, 2006-2008
Seit der Einrichtung der U.S. Fire Administration (USFA) vor drei Jahr... mehr...

05.08.2010Brandsicherheit photovoltaischer Elemente
Unter Photovoltaik (PV) versteht man die direkte Umwandlung von Sonnen... mehr...

01.07.2010EPA Projekt: Flammschutzmittel in der Partnerschaft „Gedruckte Schaltungen“
Gedruckte Schaltungen werden allgemein in der Elektronik von Verbrauch... mehr...

10.06.2010Aktivitäten zur Substitution von Flammschutzmitteln in Elektro- und Elektronik-Geräten: RoHS, (EU Studie) und Position der großen Computerhersteller
RoHS Neufassung: Mitglieder des europäischen Parlaments erzielen Kompr... mehr...

20.05.2010Transport fire safety engineering in the European Union (TRANSFEU)
Im Rahmen des siebten Rahmenprogramms der Europäischen Gemeinschaft FP... mehr...

15.04.2010EPEAT - ein amerikanisches Umweltzeichensystem für IT-Geräte - Diskussionen zur Beschränkung von halogenierten Flammschutzmitteln
2007 wurde in den USA ein Instrument zur Umweltbewertung von Elektroni... mehr...